Petra Schiller im Gespräch mit Heilpraktiker Robert Jäger

Ernährungsfragen auf dem Marktplatz

PS.: Sie haben mit Pedro Huesmann,  einen Qualitäts- Markt organisiert. Was hat Sie dazu bewegt?

Hp. Jäger: Nun im Jahr 2000 habe ich für die Reformhäuser mit  einem  Biobäcker  ein Brot ohne Gluten und  im Jahr 2006 die Inliner- Brötchen – ein Inulingebäck –  entwickelt, die  in Rahmen des Rendezvous der NP vorgestellt wurden.  Nun, es musste was neues her… aber Spaß bei Seite.

In den letzten Jahren der Ernährungsberatung, Darm und Blutdiagnostik, in denen ich, wie Don Quichote gegen Windmühlen, gegen  Werbeslogans und pseudowissenschaftliche Meinungen gekämpft habe, bin ich mit sehr vielen Ernährungstheorien und Richtungen konfrontiert worden. Doch letztendlich führen alle zum gleichen Punkt: Die Ernährungswissenschaft kann uns keine allgemeingültige brauchbare Ernährungsweise anbieten. Das einzige Merkmal der gesunden Ernährung ist und bleibt die Qualität und Frische. Unser Qualitätsmarkt ist die Antwort auf diese Fragen. Alte Tradition, Back- und Kochkünste dürfen  nicht verloren gehen.

PS. Sie gehen in Ihren Empfehlungen  nicht immer konform mit der Meinung der  DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung)

Hp.Jäger: Die „Freischnautze“-Interpretation einer Statistik (traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast) ist für die Aufstellung einer Theorie  fahrlässig und ohne Nutzen für den Menschen. Einen Nutzen haben diese Theorien vor allem für die Interessengemeinschaften, die diese Studien für gesteigerte  Verkaufszahlen missbrauchen.  Aber zurück zu der Frage:

Wie können wir ruhig auf Butter, Schmalz, Fleisch und eine Scheibe guten Sauerteigbrotes, wie es seit tausenden von Jahren gebacken wird, verzichten? Und qualitativ hochwertigen Wein, durch ein Produkt für 1,99 € ersetzen, wo die Flasche meistens mehr wert ist, als der Inhalt?  Tun wir damit etwas Gesundes? Verzichten wir da nicht auf  Lebendigkeit? Aber dafür bekommen wir doch einen „gesunden“ Vollkorn Tofu Burger mit Becel und  Diät- Getränk dazu. Ohne zu hinterfragen, glauben wir der Werbung. Es ist doch  paradox, das in Frankreich gerade in den Gebieten, wo viel Gänse- und Entenfett gegessen wird, kaum Herzprobleme  auftreten.

PS. Das mit dem Burger wird mich doch interessieren…

Hp. Jäger:

Nehmen wir diesen Burger genauer unter die Lupe. Das Vollkorngetreide enthält ohne Frage viele Mineralstoffe und Spurenelemente, von denen Zink einer der wichtigsten Aktivatoren für enzymatische Prozesse ist und damit rein formell unentbehrlich für uns ist. Nur leider ist der Mensch nicht in der Lage Vollkorngetreide zu verdauen! Geschweige denn, die Mineralstoffe für sich zu nutzen.  Das Problem ist die Phytinsäure, die z.B. mit Zink unlösbare Komplexe bildet und dem gesundheitsbewussten Vollkorngenießer um seine Zinkreserven bringt. Eine der Folgen von Zinkmangel  ist die Immunschwäche. Abgesehen davon ist Vollkorngetreide, unter anderem auch Dinkel, hoch allergieauslösend. Auf die Schnelle zubereiteter Sauerteig kann diese Problematik nicht lösen. Dafür brauchen wir eine traditionelle Verarbeitungsmethode,  wie es bei Broterbe Gaues üblich ist.  Aber gehen wir doch weiter. Abgesehen von dem Salatblatt, welches bezgl. der Nährstoffe mit  der HAZ vergleichbar ist (allerdings hat die HAZ Weniger Nitrat). Wenden wir unsere Aufmerksamkeit dem Tofu-Schnitzel zu.  Sojamilch und daraus hergestellte Produkte sind in Japan ein Lebensmittel, an das sich die Menschen dort seit Tausende von Jahren  gewöhnen konnten (mehr oder weniger). Soja ist vollgestopft mit den s.g. Phytoöstrogenen, den  natürlichen Sexualhormonen. Ist  dies eine artgerechte Nahrung für unsere Kinder?  Soja kann, neuesten Studien zu folge, möglicherweise zur Rückbildung der Thymusdrüse, eines der wichtigsten Immunorgane,  führen. Abgesehen  von  zu früh einsetzender Ausbildung der Geschlechtsmerkmale ist Soja also nicht so unproblematisch, wie man es gerne hätte. Bei der Aufzucht von Kälbern ist diese Problematik seit langem bekannt.  Nun haben Sie jetzt immer noch Appetit auf eine artgerechte Nahrung?

PS.: Die  gesunde Ernährung ist sehr kompliziert oder?

Hp. Jäger:

Im Grunde ist das alles wesentlich einfacher, als wir alle denken. Das einzige, was wir brauchen, ist die Reinheit und Qualität der Nahrung, nur leider ist das nicht immer üblich. Das Brot enthält Zusatzstoffe, die mit der Gesundheit oft nicht vereinbar sind. Wurst und Käse haben mit dem, was auf dem Etikett steht, sehr wenig zu tun. In den Lebensmittelgeschäften  verkauft man uns einen Chemiebaukasten aus Zusatzstoffen, Geschmacksverstärkern, Emulgatoren usw. Guten Appetit.

Das einzig reine Lebensmittel in Deutschland war und ist das Bier. Wäre es aber nicht sinnvoll ein Reinheitsgebot für alle Lebensmittel  zu haben, um ohne Unsicherheit und Angst unseren Kindern ein Stück Brot oder Käse  geben zu können?

Um sicher zu sein, das in den Restaurants eine bodenständige gute Küche angeboten wird, unser Wein ein Qualitätsprodukt bleibt und unser Obst und Gemüse aus der Region kommen,  müssen wir umdenken.  Sara Wiener sagt vereinfacht  „was Ihre Großmutter nicht kennt, ißt sie nicht!“.

PS. Sagen Sie uns  noch mehr zu der Umsetzung diese Theorie.

Hp.Jäger

Wir haben es bereits gemacht und darum der Marktplatz. Es ist eine gemeinsame Idee einiger Idealisten  wie Pedro Huesmann von Jacque´s den Kollegen von Concept Naturhaus und Geschäftsleuten vom Rittergut. Es ist einfach,  meinen Wein kaufe ich bei einem  Fachhändler, der mir Qualität liefert, denn ich glaube nicht an „edle“ Weine, wo die Flasche teurer ist als der Inhalt. Mein Gemüsehändler mit Profil gibt mir nur regionale und saisonale  gute Ware, die mir die natürliche Rotationsdiät ermöglicht, die allergische Bereitschaft reduziert  und  Äpfel und Obst kommen aus benachbarten Plantagen. Qualitativ hochwertiges Fleisch kaufe bei einem guten Schlachter.  Wenn ich gesund essen möchte, nehme ich  Qualität statt Masse. Mein tägliches Brot… das bekommen wir von dem  Bäcker, der sich der alten Backkunst verschworen hat. Nun die Produkte haben nicht immer die DIN Norm, aber das ist der Natur und meinem Gaumen relativ egal.  Ich hoffe, dass die Zeiten der Schaumschläger und das in allen Bereichen des Lebens langsam zu Ende gehen. Das alles mit ein wenig Köpfchen ist keine teure Alternative sondern eine bezahlbare Lösung unserer Problematik. Kochen müssen Sie aber schon alleine, was auch nicht so problematisch und Zeit raubend ist. Die Qualität ist eben anders als aus dem Glass, glauben Sie nicht? Dann probieren Sie Kinder-Gläschen und kochen dann die Karotten doch mal frisch…

PS.:

Ist aber so ein Einkauf nicht teuer?

Hp. Jäger:

Qualität ist auf den ersten Blick sicher etwas teurer als Masseware von schlechter Qualität. Doch das scheinbar gesparte Geld investiert man Ende, um seine Gesundheit wiederzuerlangen…  Es bedarf Köpfchen,  ein wenig Planung und Freude…die kommt mit Sicherheit mit dem Essen, denn die Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Glauben Sie keiner Werbung sondern informieren Sie sich. Beratung, Fachinformationen und Service sind genauso Qualitätsmerkmale wie  in  jeder Branche. Es sind die kleinen Geschäfte und die Erzeuger  mit persönlicher Bindung und Fachwissen, die dieses Land aufgebaut haben und nicht die großen Ketten.  Nun wir können auch Sparen  an der Gaumenfreude und der Gesundheit  unserer Kinder- des eigenen Erbguts. Dafür brauchen wir nichts zu tun.  Wir brauchen nur den Platz für die nächste Filiale von Mc Fit oder den neuen Discounter zu räumen. Wer keine Fragen stellt, bekommt auch keine Antworten. Nur ist das das Leben?

PS.: Können Sie uns noch zum Schluss einen Buchtipp geben?

Hp.Jäger

Vor kurzem habe ich ein interessantes Buch gekauft: „Wer gesund isst, stirbt früher“.  Interessante Hintergrundinformationen für alle, die  nicht mehr an die Werbung glauben möchten. Übrigens passt es gut zum meinem Lieblingsbuch „Halt den Mund, hör auf zu heulen und lebe endlich“. Ich habe eben eine Vorliebe für einprägsame Titel.

PS.: Danke für das Gespräch. Sind sie wie heute jeden Freitag hier und beantworten  Fragen?

Hp.Jäger:

Ich genieße die Marktplatz –Atmosphäre. Wir haben einige  Vorträge und Degustationen geplant und die Gespräche mit den Marktleuten sind  sehr  informativ. Unser Käsehändler, der Obst- sowie der Gemüserzeuger haben immer ein offenes Ohr und einen Tipp und natürlich haben wir immer eine  Weinempfehlung  und ein  Kochrezept dazu.

Petra Schiller ( von den Kronsberg Nachrichten ) im Gespräch mit Heilpraktiker Robert Jäger

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